Konzeption


Kindergarten und Grundschule - Hand in Hand
Jeder Übergang von einer Lebenssituation in eine andere ist mit unterschiedlichen Erwartungen und Ängsten verbunden.
Anliegen aller am Erziehungsprozess Beteiligter sollte es sein, die Kinder hoffnungsvoll und positiv auf die neue Lebenssituation einzustellen und Freude und Neugier auf die Schule und die damit verbundenen Veränderungen zu wecken.
Es liegt in der Verantwortung der Pädagogen und Pädagoginnen der beiden Institutionen, den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule erfolgreich zu gestalten.
Da Kindergarten und Grundschule miteinander zu verbindende Institutionen sind, die nur gemeinsam und mit den Eltern ihre Erziehungs- und Bildungsaufgabe zum Wohle des Kindes wahrnehmen können, muss diese Verantwortung gemeinsam ergriffen und bewältigt werden, deshalb: Kindergarten und Grundschule Hand in Hand!!
Wir, die Erzieherinnen des ev. Kindergartens Berschweiler und die Lehrer und Lehrerinnen der Grundschule Berschweiler / Fohren-Linden möchten diese Aufgabe zum Wohle unserer Kinder gemeinsam freudig wahrnehmen, damit:
- die Entwicklung unserer Kinder optimal gefördert wird
- der Übergang vom Kindergarten zur Grundschule ohne Schwierigkeiten bewältigt wird
- Lernprozesse im Kindergarten angebahnt und in der Schule fortgesetzt werden können
- Soziale Bindungen geknüpft werden
Wir tun dies durch folgende Aktivitäten:
- Teilnahme der Kinder an Schulkindertreffs
- Partizipation der Kinder an allen Entscheidungen des Kindergartens
- Gemeinsame Aktionen mit der Grundschule z. B.Teilnahme am Unterricht
- Förderung durch spezielle Arbeitsblätter
- Spezielle Sprachförderung durch eine externe Erzieherin
- Besuche der Grundschüler im Kindergarten
- Arbeit am Computer im Kindergarten
- Gemeinsame Teambesprechungen der Erzieherinnen und der Lehrkräfte
Individuelle Eingewöhnung
Wir arbeiten während der Eingewöhnungphase nach dem Berliner Modell.
Schon ein halbes Jahr vor dem Kindergarteneintritt können die Kinder uns mit ihren Eltern einmal im Monat im Kindergarten besuchen, um den Kindergarten, die Spielmöglichkeiten und die Erzieherinnen kennen zu lernen.
In den ersten Tagen werden die Kinder mit Hilfe einer Bezugsperson aus der Familie individuell in den Kindergarten integriert; dieser Eingewöhnungsprozess wird von der Bezugserzieherin des Kindes begleitet und dokumentiert.
Es finden regelmäßige Gespräche mit den Eltern über die Eingewöhnung statt.
Pädagogische Ausrichtung
Offene Arbeit ist seit dem Jahr 2000 Praxis in unserem Kindergarten.
Die Räume des Kindergartens wurden zu speziellen Aktionsräumen umgestaltet, die allen Kindern gleichermaßen zugänglich sind.
So können die Kinder nach ihren Neigungen und Interessen spielen, ihre Umwelt erfahren und vielfältige soziale Kontakte knüpfen.
Für das Personal bedeutet Offene Arbeit, die Themen der Kinder ernst zu nehmen, offen zu sein für Fragen der Kinder, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und ihre Ängste und Wünsche in die pädagogische Arbeit einzubeziehen.
Offene Arbeit bedeutet für uns aber auch, die Eltern und das Gemeinwesen in die Arbeit zu integrieren.
Bewegungserziehung
In der Bewegung erobern Kinder ihre Umwelt, lernen Gefahren kennen und einschätzen; sie lernen ihren Körper zu spüren und Bewegungsabläufe zu koordinieren.
Durch unser weitläufiges Außengelände, in unserer vielfältig gestalteten Bewegungsbaustelle sowie in unserem Bällchenbad finden die Kinder ausreichend Gelegenheit ihren Körper zu spüren und somit die Abläufe in ihren Bewegungen besser zu koordinieren.
In angeleiteten Turneinheiten in der Dr. Darge Halle können die Kinder ihre sportlichen Fähigkeiten ausprobieren.
Naturerfahrungen
Durch ihren natürlichen Entdeckergeist zeigen die Kinder vielfältiges Interesse an der Natur.
Tiere und Pflanzen werden durch Sinneserfahrungen wie fühlen, riechen, schmecken und hören ganzheitlich wahrgenommen.
Durch den Umgang mit der Natur lernen Kinder Achtung vor dem Leben, Zärtlichkeit, Behutsamkeit und Verantwortung.
Sie entdecken im und am Kindergarten sowie an unseren Waldtagen Entwicklungs- und Lebenszyklen. Jahreszeiten und biologische Zusammenhänge werden hautnah begriffen.
Religiöse Erziehung
Für uns ist religiöse Erziehung kein einseitiger Vorgang, der nur die Kinder betrifft; sondern die Kinder bringen uns Große durch ihre Fragen zum Nachdenken.
Fragen nach dem Wie und Was, dem Wann und Warum treiben uns und die Kinder in unseren Lebenseinstellungen und Glaubensfragen, die immer auch durch unsere Erfahrungen in Kindheit und Jugend geprägt sind, voran, zwingen uns eigene Haltungen zu hinterfragen und neu zu überdenken.
In biblischen Geschichten hören die Kinder von Erfahrungen, die sie selbst erlebt haben: von Freude und Trauer, Hass und Liebe, Geburt und Tod, Krieg und Frieden und von Glück und Leid. Sie hören, wie Menschen schuldig werden und Vergebung erfahren.
In gemeinsamen Gebeten und Liedern lernen die Kinder Vertrauen auf Gott; in Fürbitten erbitten die Kinder Hilfe für sich selbst und ihren Nächsten.
Religion ist für uns aber immer auch gelebtes Leben; Liebe und Fürsorge für den Nächsten, gute und intensive Gespräche mit den Kindern sowie die Vermittlung von Vertrauen, Mut, Hoffnung, Freundschaft und gegenseitiger Achtung. Diese Achtung würde sich auch in der Auseinandersetzung mit verschiedenen Religionsformen in unserer Tagesstätte fortsetzen.
Durch gemeinsame Gottesdienste, Besuche des Pfarrers im Kindergarten und Teilnahme an Veranstaltungen in der Kirchengemeinde gestalten wir das Leben unserer Kirchengemeinde aktiv mit.
Sprache verleiht uns Flügel
 Sprache, gesprochen oder geschrieben, begegnet uns in unserem alltäglichen Leben. Ohne Sprache sind wir hilflos und können uns in unserer Gesellschaft nur schwer zu Recht finden.
Auch unsere Kinder sind auf eine funktionierende Kommunikation angewiesen. Das soziale Gefüge in der Familie, im Kindergarten und auch in der Schule basiert auf einem funktionierenden sprachlichen Miteinander; deshalb ist es von großer Bedeutung, dass unsere Kinder schon früh in der Lage sind, sich angemessen mitzuteilen und Gehörtes sinn entnehmend zu verarbeiten.
Sprachförderung beginnt in unserem Kindergarten mit Eintritt des Kindes in den Kindergarten. Wir nehmen uns Zeit, den Kindern zuzuhören und mit ihnen bestimmte Themen genau zu besprechen und auszudiskutieren. Mit Geschichten, Liedern, Bilderbüchern, Fingerspielen etc. bauen wir auf vorhandene Sprachmuster auf und erweitern den Wortschatz sowie die grammatikalische Satzbildung des Kindes. Mit Sprachförderspielen, die die Aussprache sowie den Satzbau der Kinder schulen sollen, versuchen wir von Anfang an Sprachdefizite zu korrigieren; die Korrektur von Sprachfehlern ist jedoch Aufgabe eines Logopäden.
Portfolioarbeit in unserem Kindergarten
Mit dem Eintritt Ihres Kindes in den Kindergarten wird für das Kind ein Portfolio (Aktenordner) angelegt, das uns während der ganzen Kindergartenzeit begleitet und das sich im Laufe der Zeit durch die Mitarbeit der Kinder und Erzieherinnen weiterentwickelt.Dieses Portfolio dokumentiert wie ein roter Faden die Lerngeschichte Ihres Kindes.
Es beinhaltet Arbeiten der Kinder und dokumentiert anhand Texten und Fotos wie und was das Kind lernt.
Besonders wichtig sind uns folgende Schlüsselkompetenzen, die auch in den Portfolios immer wieder dokumentiert werden:
- Lernen, Wissen zu erwerben
- Lernen, zu handeln
- Lernen, mit anderen zu leben
- Lernen für das Leben
Dieses Portfolio bildet auch die Grundlage für die Kooperation mit den Eltern und ist Gesprächsgrundlage über die Entwicklung und Förderung des Kindes.
Die Portfoliomappen sind für die Eltern und Kinder jederzeit einsehbar und bieten den Eltern Gelegenheit, die Entwicklung und den Alltag des Kindes ständig mitzuverfolgen. Das Portfolio wird dem Kind zum Ende seiner Kindergartenzeit ausgehändigt.
Auch uns erleichtert das Portfolio, die Fähigkeiten des einzelnen Kindes bewusst wahrzunehmen.
Es dokumentiert den Alltag in der Einrichtung und zeigt damit auch den Alltag des Kindes. Alle Aktivitäten im Kindergarten geschehen in einem Zusammenhang und beeinflussen die Entwicklung und das Lernen des Kindes.
Das Portfolio bietet uns die Möglichkeit dies zu dokumentieren und zu reflektieren.